...was soll ich sagen, ich bin wieder da und wollte nicht mehr heim...
2005 war ich ja schon mal auf den Seychellen (ich hatte ja hier geschrieben ich sei 2007 da gewesen, habe aber nochmal nachgeschaut, es war schon 2005), damals mit meinem damaligen Partner, diesmal als Alleinreisende, und ja, natürlich hat sich was verändert (vor allem La Digue), aber ich habe es noch viel intensiver erlebt dieses Mal als letztes Mal. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass mein damaliger Partner eher nicht so kontaktfreudig war und mit fremden Leuten eher nichts zu tun haben möchte, ich aber komplett anders bin, und so kam ich dieses Mal mit vielen Leuten in Kontakt, anderen Touristen, aber auch viel mit Seychellois, und gerade Letzteres ist eine Erfahrung, die mich nachhaltig beeinflusst hat und von der ich noch sehr lange zehren werde.
Ich kann und will gar nicht versuchen, hier zusammenzufassen, was ich alles gemacht und gesehen habe, eher werde ich es versuchen knapp zusammenzufassen - die Schönheit des Erlebten ist mit Worten ohnehin nicht zu beschreiben. Falls jemand dann nähere Infos zu der ein oder anderen Sache haben möchte, kann er sich gerne bei mir melden, entweder hier im Faden oder auch per PN.
Als erstes sei vielleicht erwähnt, dass ich ursprünglich 5 Nächte auf Praslin, 4 auf La Digue und 4 auf Mahé sein wollte und danach wieder hätte zurück fahren sollen - da ich aber zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht wusste, dass ich nach hinten raus noch etwas länger Zeit haben würde, habe ich spontan den Flug umgebucht und bin dann nach Mahé nochmal 3 Nächte auf La Digue und 2 auf Mahé, die Unterkünfte sowie Transfers habe ich mir dann vor Ort selbst organisiert. Zwar war es dadurch etwas unnötige Fahrerrei (ich hätte stattdessen ja auch gleich 7 Nächte auf La Digue und 6 auf Mahé bleiben können), aber da ich die ursprüngliche Reise inklusive Gästehäusern/Hotels und Transfers schon fest gebucht hatte, war es nicht anders machbar.
In Praslin angekommen habe ich erst mal 21 Stunden durchgeschlafen (!) und somit das erste Abendessen sowie das Frühstück verschlafen

Ansonsten habe ich neben den üblichen Aktionen und Orten auf Praslin noch einen Ausflug nach Curieuse zu den Schildkröten gemacht, was ich sehr schön fand, man hatte auch absolut genug Zeit, um sich in Ruhe mit den Tieren zu beschäftigen und den kleinen Wanderweg in Ruhe zu laufen und in den Mangroven nach Krabben und anderem Getier Ausschau zu halten, und anschließend habe ich noch bei St. Pierre geschnorchelt. Letzteres war natürlich schon schön, im Vergleich zu anderen Schnorchelstellen wie zB der Felsgruppe links an der Anse Lazio oder der Anse Soleil auf Mahé nicht wirklich besser. Schade war, dass ich es nicht mehr zur Georgette geschafft habe dieses Mal. Ich hatte leider keine Zeit, den wunderschönen Weg von der Lazio zur Georgette zweimal zu gehen (hin und zurück) und das Lemuria hat mich nicht durch gelassen, weil sich schon zu viele angemeldet hatten für den Tag. Also lieber einen Tag vorher dort melden.
Ja und dann La Digue... Nach wie vor meine Lieblingsinsel, auch wenn sich seit 2005 einiges verändert hat: Während es damals so gut wie kein Auto dort gab, hat mittlerweile fast jedes Hotel/Gästehaus ein Shuttlebusschen, um die Leute vom Hafen abzuholen und damals gab es an der Anse Source d'argent auch noch keine Strandbars. Trotzdem hat es für mich nichts von seinem Charme eingebüßt. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Wanderung um die Südspitze von La Digue - ich habe sie gleich zweimal gemacht, da ich sie so absolut fantastisch fand, einmal in meiner ursprünglich geplanten Zeit dort und einmal während meiner Verlängerung. Unseren Wanderführer, Robert Agnes, kann ich auch wärmstens weiterempfehlen, er macht seine Arbeit mit viel Liebe zur Natur und den Menschen, achtet sehr auf die Sicherheit seiner Gäste und macht ein sehr leckeres Mittagessen für alle an der Anse Marron. Er spricht Französisch und Englisch, kann aber auch ein paar Worte Deutsch. Seine Webseite lautet:
http://www.sunnytrailguide.net/
Einfach eine SMS schreiben, er antwortet dann schnell. Wir haben die Wanderung beim ersten Mal von der Anse Source d'argent zur Anse Marron und dann zur Grande Anse gemacht, beim zweiten Mal umgekehrt. Den Beginn bei der Grande Anse finde ich insofern praktischer als dass man dann direkt bei der Source d'argent rauskommt und gleich dort bleiben kann nachmittags. Der Weg ist keinesfalls gefährlich, wenn man sich an Roberts Anweisungen hält und nicht einfach irgendwo anders rum läuft. Man muss auch nicht schwindelfrei sein, etwas Trittsicherheit ist aber von Vorteil, da man teilweise über die Felsen klettern muss. Aber an allen Stellen, die sich einem nicht sowieso von selbst erschließen würden, hilft er jedem Einzelnen seiner Gäste, so dass jeder sicher überall ankommt. Wer ausgeprägte Platzangst hat, dürfte evtl. Schwierigkeiten an einer Stelle zwischen der Grande l'Anse (westlich der Grande Anse) und der Anse Marron haben, wo man einmal durch ein kleines Loch im Felsen durch muss - es handelt sich dabei aber nur um eine ganz winzige Stelle, also keinesfalls eine Höhle oder sonstiges. Die Anse Marron ist traumhaft und auch die Wanderung an sich ist wunderschön - durch den üppigen Wald, über die Felsen und teilweise durch's Wasser. Also in jedem Fall zu empfehlen, auch für trittsichere, ältere Kinder machbar (wir hatten in einer Gruppe zB zwei Jungs im Altern von 10 und 11 dabei, das war kein Problem. Für Kleinkinder allerdings nicht zu empfehlen!).
Gewohnt habe ich in meiner ersten Zeit bei Chez Marston, ein einfaches, aber sauberes Gästehaus mit nettem Personal - sie haben sich sogar so gefreut, dass ich sie wieder besucht habe, als ich zum zweiten Mal dann da war, dass ich zu dem von mir bestellten Kaffee gleich noch Pancakes und Früchte dazu bekommen habe und jede Menge Umarmungen.
Beim zweiten Mal war ich bei "My Angel", das scheint wohl ganz neu zu sein und es gibt da bisher genau ein einziges Zimmer bzw eher Ferienhäuschen, und man ist dann dort mit den Gastgebern alleine. Diese Unterkunft kann ich ebenfalls ganz besonders weiterempfehlen - zum Einen ist sie wunderschön und so liebevoll eingerichtet, sehr sauber und liegt für meinen Geschmack perfekt (an der Straße vom Hubschrauberlandeplatz zur Grande Anse und dann links irgendwann ins Wohngebiet rein, wo aber nur Seychellois wohnen und alles absolut ruhig ist) und die Gastgeberin ist ein Herz hoch 10. Es ist eine komplett eingerichtete Ferienwohnung für bis zu 3 Personen mit Küche und großem Kühlschrank, d.h. man könnte sich sogar noch selbst kochen (was ich aber nicht getan habe). Gerade ist ein weiteres Ferienhäuschen auf dem Gelände in Bau, welches für bis zu 6 Personen ausgelegt und nächstes Jahr fertig werden soll. Wenn ich wieder nach La Digue komme, gehe ich auf jeden Fall wieder dorthin. Meine Gastgeberin hat sogar auch geweint als ich geweint habe zum Abschied, weil ich nicht weg wollte...
Auf Mahé war ich dieses Mal zum ersten Mal und muss sagen, dass ich ziemlich froh war, im Süden gewohnt zu haben. Ich war an der absolut traumhaften Anse Takamaka, die zur Zeit auch so ruhig war, dass man problemlos im mittleren und linken Strandabschnitt baden und schnorcheln konnte (rechts an den Felsen gäbe es eine Strömung, da sollte ich mich fernhalten, sagte man mir im Hotel). Selbst die Intendance war an einem Tag so ruhig, dass sogar Kinder drin waren (!!!). Zwei Tage später, als es etwas windig war, wollte man aber nicht wirklich rein gehen und da sah sie so aus wie man sie von den Bildern her kennt




Zuletzt möchte ich betonen, dass ich neben der wunderschönen Natur dort vor allem die Menschen und ihre Art so wunderbar fand... Alle, wirklich ausnahmslos alle, die ich getroffen habe, sind so unglaublich herzlich. Damit meine ich keine aufgesetzte Freundlichkeit der Art "Das sind die Touristen, zu denen muss man nett sein, sie bringen uns Geld", sondern wirkliche, echte, unverstellte Herzlichkeit. Wenn man ebenfalls herzlich und offen ist, kommt man sehr schnell ins Gespräch mit den Seychellois, sie geben einem viele Tipps, sind immer und überall hilfsbereit und strahlen noch eine solche Lebendigkeit aus, wie ich es aus Europa selten kenne. Mit "Lebendigkeit" meine ich, dass sie im Gegensatz zu vielen Leuten bei uns, nicht in ihrem eigenen kleinen Kasten stecken, sondern eben jene Verbindung zwischen allem was lebt, ob Mensch, Tier oder Natur im Allgemeinen, zu jederzeit einfach so unverstellt und herzlich an den Tag legen. Ich habe so viele schöne Gespäche mit Seychellois dort gehabt, egal, ob es nun die Putzfrau im Gästehaus, die Gastgeber oder einfach Leute von der Straße waren - ich war teilweise mit ihnen abends weg, ein Seybrew trinken oder Billard spielen, habe einfach mit Leuten an der Straße zusammen gesessen und erzählt und es war einfach wunderbar. Diese Herzlichkeit und Menschlichkeit fehlt mir oft hier bei uns in Europa und ich hatten den Eindruck von den Menschen her viel eher zu dieser Sorte Menschen zu passen als hier her. Daher fällt es mir gerade schwer, mich zuhause wieder zu akklimatisieren. Nicht nur wegen des Wetters - ich schaue hier die Menschen an, grüße, indem ich lächele und bekomme fast nichts zurück. Das war vor zwei Tage noch ganz anders...
Liebe Grüße,
eure Naturale