Praslin März 2024

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quaxi
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Praslin März 2024

Beitrag von quaxi »

Seychellen, Praslin März 2024
Zuerst fuhren wir mit dem Zug von Linz nach Wien, dann gings mit Emirates ab Wien/Dubai/Mahe nach Praslin. Wenn man Zeit hat, lohnt es sich unter der Woche zu fliegen, dann sind die Flüge mit etwas Glück nicht ausgebucht und die Chance auf eine 3er-Bank zu zweit steigt. Beim Landeanflug mit der kleinen Maschine der Air Seychelles mit 19 Sitzplätzen, sieht man schon was für ein grünes Paradies einen da erwartet und man vergisst die lange Anreise. Von Haustür zu Haustür haben wir 20 Stunden gebraucht.

Wir haben uns entschieden zwei Wochen nur auf Praslin zu bleiben, die Insel ist für Naturliebhaber groß genug um verschiedene Wanderungen zu machen, kleine Ausflüge zu anderen Nachbarinseln zu unternehmen, die Nationalparks Valle de Mai und Fond Ferdinand zu besuchen und an den verschiedenen Stränden lange Spaziergänge zu machen und sie zu genießen. Wir kamen gut ohne Leihauto zurecht, obwohl in den Bewertungen für unsere Unterkunft ein Auto empfohlen wurde. Die ganze Insel lässt sich leicht mit dem Bus erkunden, nötig ist dazu nur ein Busplan, den man sich vor dem Urlaub ausdrucken kann und den man am besten immer im Rucksack hat und eine 1- 4- oder 8 Tageskarte, die man aber nur in bestimmten Shops zu kaufen bekommt. Preis für 4 Tage 165 Rupies = 11 €. Barzahlung im Bus gibt es nicht mehr! Die Busse sind zwar alt, aber zuverlässig und so eine Fahrt war für uns immer ein tolles „Land und Leute-Erlebnis“. Man kann während der Fahrt entspannt die Landschaft genießen, ohne selbst auf den Linksverkehr achten zu müssen und die engen Straßen ohne Bankett. In unseren zwei Wochen hatte der Bus nur zweimal Verspätung, obwohl wir fast täglich gefahren sind. Und in so einem Bushäuschen entsteht auch mal ein netter Plausch mit Einheimischen und zu sehen gibt es sowieso immer was.

Wir hatten ein Appartement an der Anse Kerlan – die Villas du Voyageur sind am Ende der Straße, praktisch benachbart dem Golfplatz vom Constanze Lemuria Hotel. Von unserer hübschen Unterkunft waren es zu Fuß 10 Minuten über einen schönen, teils schattigen, von vielen Bäumen gesäumten Weg auf einer, und dem Golfplatz auf der anderen Seite, bis zur Hauptstraße. Direkt dort befand sich die Bushaltestelle, ein Supermarkt, zwei Takeaways und in weiteren 3 Minuten zu Fuß die Islander Lodge mit dem sehr netten Restaurant Capricorn, das wir oft abends besucht haben.
Die Unterkunft ist genauso schön, wie bei Seyvillas (wo wir sie auch gebucht haben) beschrieben. Ein großes Appartement, mit zwei Schlafzimmern, etwas erhöht, mit Blick auf den schönen Garten und das Meer. Tierliebend sollte man sein, denn Hund und Katz kommen morgens schon zur Begrüßung und verabschiedeten sich jeden Abend. Die Entfernungen zu den anderen Stränden sind an der Luftlinie gemessen, das sollte man wissen, war uns aber bewusst. Unser eigener Strandplatz war sehr idyllisch, wunderschön und ruhig. Zum Baden sind Badeschuhe ideal, weil dort viele abgestorbene Korallenstücke sind. In der Nachbarbucht, etwa 2 Minuten am Strand entlang, konnte man traumhaft schön schwimmen – so wie man sich das vorstellt, weißer Sand, türkises Wasser.
Unsere Vermieter waren sehr nett und es gab auch einen besonderen Service: Vor der Ankunft konnte man einen Einkaufszettel schreiben, und der Einkauf wurde ins Appartement gebracht. Das ist toll, wenn man vor Ort selbst kein Auto hat, so braucht man z. B. die Getränke nicht im Rucksack heim schleppen.

Wir hatten anfangs extrem heiße, schwüle Tage, in der zweiten Woche manchmal Regen, aber den meist abends oder nachts. Während dem Tag mussten wir uns ein paar Mal kurz unterstellen, denn wenn es anfängt zu regnen, dann schüttet es aus Kübeln. Wir haben bemerkt, dass wir älter werden. :lol: Und so war die Hitze für uns manchmal sehr anstrengend. Vor allem beim Wandern.

Wir sind gerne mit dem Bus bis zum Airport gefahren, gegenüber fängt ein Weg an und hier kommt man an den langen Strand der Grand Anse. Der Strand ist schneeweiß, das Wasser ist türkis, grün und dunkelblau und bei Ebbe entstehen Sandbänke auf denen man Vögel beobachten kann, die kleine Krabben fangen. Auch der Ausblick zu den kleinen Inseln Cousin und Cousine ist herrlich. Ja, es gibt dort auch manchmal viel Seegras. Aber das ändert sich ständig mit Ebbe und Flut, oder wenn es abends mal einen Sturm gegeben hat. Mit einem dünnen Tuch im Rucksack zum drauf setzen findet sich immer wieder ein schattiger Platz unter Palmen zum Pause machen und „Meer schauen“, Krabben beobachten und Wasser trinken (!!!). Und das schönste? Da ist niemand. Fast niemand. Obwohl es ein sehr entspannter, traumhafter Teil der Insel ist. Am anderen Ende des Strandes stehen dann Fischerboote und vormittags gibt’s auch einen kleinen Fischmarkt im Zentrum der Ortschaft zum Schauen. Links neben der Kirche befindet sich das Restaurant/Takeaway/Biergarten Breeze. Hier haben wir gerne Pause gemacht und Meeresfrüchtepizza oder Pasta gegessen.

Wir sind den Track zum Anse Georgette gegangen. Mit dem Bus gings bis zur Endhaltestelle Mont Plasir. Gleich dort muss es links in den Wald runter gehen, haben wir später gelesen. :lol: Wir sind aber - so wie vor 15 Jahren - bis ans Ende der Straße gegangen, vorbei an dem kleinen Hotel Terrasse sur Lazio, und haben das sehr genossen, weil man sich fühlt wie im Urwald, so viele Pflanzen und Vogelgezwitscher. Und die Aussicht bis zum Anse Lazio ist traumhaft. Wir sind erst vor der kleinen Farm mit dem riesigen Mangobaum links abgebogen, da den Berg runter, vorbei an einer Kuh. 😊 Einen kleinen Bachlauf mussten wir auch überqueren und dann gings nochmal bergauf, da war dann noch eine ganz einfache kleine Farm. Von dort wieder den Berg runter – und wieder rauf… Es war sehr schweißtreibend. Ab den letzten 20 Minuten ist der Weg dann gut beschildert, bzw. beschrieben. Hier kommt auch von links der Weg, der direkt von der Bushaltestelle kommt runter (ist dort mit 1,6 km angegeben). Das letzte Stück ist nur in der Sonne, richtig heiß und trittsicher sollte man schon sein, es ist relativ steil. Also genug Wasser mitnehmen! Und nicht mit Flipflops gehen. Wir waren mit Laufschuhen unterwegs, das hat gepasst. Man sieht den Strand dann schon leuchten, die Georgette ist schon toll. Aber natürlich hat man diesen Platz nicht für sich allein und Schatten gibt es nicht gar so viel. Es gibt dort zwei oder drei kleine Getränkestände mit frischen Fruchtsäften, Wasser und Bier. Einfach mal hinsetzen und das Wellenspektakel genießen. Der Rückweg geht dann über den Golfplatz des Lemuriahotels, bis zum Ausgang ca. 30 Minuten. Dort ist wieder eine Bushaltestelle.

Wir sind ein paar Tage später nochmal über den Eingang des Lemuria zum Georgette gegangen. Wir haben keine Anmeldung gebraucht und auch nicht die Besucherkarte unseres Hotels. Wir mussten nur ein Schild lesen, was man alles nicht darf … (z. B. nicht im Bikini über den Golfplatz laufen…), ;D dann durften wir rein. Vor dem Weg zum Georgette gibt’s noch einen Wegweiser zu einem Aussichtspunkt, dort ist auch ein Hubschrauberlandeplatz. Wer gut zu Fuß ist und den Anstieg nicht scheut wird mit einer tollen Aussicht belohnt.

Unsere zweite größere Wanderung war der Salazie-Track. Mit dem Bus fuhren wir nach Grand Anse bis kurz vor der Kirche. Der Weg führt dann links an der Kirche vorbei, bergauf, beim Hotel Britannia vorbei, an netten Häusern und Gärten und einem Friedhof. Am Ende der Straße bietet sich eine sehr schöne Aussicht zurück zur Grand Anse und den Verwandten. Dann kommt man zu einer kleinen Gärtnerei bzw. einer Farm. Schon davor war rechts die versteckte Abzweigung zum Salazie-Track (der Farmer war sooo nett, und hat uns den Weg gezeigt, wir hätten die Abzweigung sonst verpasst) Wenn man gerade weiter ginge, ist man auf dem Pasquiere-Track. Den Pasquiere sind wir vor 15 Jahren gegangen. Da war der Bewuchs nicht sehr hoch, und der Weg verläuft teilweise in der Sonne. Der Salazie-Track geht hingegen aber durch den Wald, ist schmal und ein bisschen abenteuerlich. Auch hier sollte man zumindest gute Laufschuhe anhaben und viel Wasser mitnehmen. Und die Kamera! Es ist ein toller Weg durch den Urwald. Die größte Steigung hat man nach dem Anstieg auf der Straße hinter sich. Wir sind gesamt ab Grand Anse ca. 2 Stunden gegangen. Am anderen Ende wartet Cote Dor. Auch hier lässt es sich schön am Strand entlang spazieren. Gegessen haben wir bei einem Takeaway. Und hierher kann man auch gemütlich mit dem Bus fahren und einfach nur den Strand genießen, der je nach Ebbe oder Flut unterschiedlich aussieht, aber auch sehr schön ist. Cote Dor war mehr der Ort mit den Touristen, Grand Anse empfanden wir als Ort der Einheimischen, Grand Anse ist authentischer, hat uns besser gefallen. Übrigens, falls man die Insel Curieuse besuchen möchte, ohne Schnorcheln und Barbeque, der kann sich an der Cote Dor ein Taxiboot für 50 € pro Person mieten (nach etwa 3 Stunden wird man wieder abgeholt) Wir hätten das eigentlich geplant, aber leider war in der zweiten Woche der Wetterbericht immer sehr schlecht (das Wetter nicht so). So war uns die Planung da rüber zu fahren dann zu unsicher. Ich hatte auch ein bisschen ein ungutes Gefühl - das vielbeworbene Barbeque wird angeblich in der Nähe der Schildkrötenstation, oder direkt dort abgehalten. Ich weiß nicht, irgendwie wollte ich das so nicht mehr sehen. :|

Auch das Valle de Mai ist leicht mit dem Bus zu erreichen. Am Anfang waren wir über den Besucheransturm etwas geschockt. Aber auf dem Nord- und auf dem Südweg hat man genug Platz, denn die Führungen werden nur auf den zwei kurzen Wegen gemacht und ohne Führung entkommt man dem Getümmel schnell. Es ist ein wunderbarer Platz, schon vor vielen Jahren hatten wir das Gefühl wir wären Zwerge in einem Riesengarten.

Anse Lazio wollten wir auch nicht verpassen, ursprünglich war auch hier der Track als Wanderung geplant. Wir haben uns dann dazu entschlossen uns nicht mehr anzustrengen und sind mit einem Taxi rund um die Insel gefahren, weil die letzte Busstation auf der anderen Seite der Insel ja auch beim Anse Boudin ist, und auch von dort noch ein längerer Fußmarsch (in der Sonne) nötig gewesen wäre. Es bestünde auch die Möglichkeit nur für das letzte Stück ab z. B. Cote Dor ein Taxi zu nehmen und bis dorthin mit dem Bus zu fahren. Aber wir haben uns das Taxi für ca. 3-4 Stunden gemietet, waren dann auch noch an der Anse la Blague, die wir auch sehen wollten und hatten so eine schöne, gemütliche Rundfahrt mit Stopps so lange wir wollten. Die Fahrt kostete 120 € und so haben wir auch den Osten der Insel gesehen. Anse Lazio ist und bleibt schön. Auch wenn inzwischen eine Bungalowanlage mit ein paar Liegestühlen davor und zwei Restaurants dort sind. Es ist trotzdem ein besonderer Platz. Mir geht’s da gar nicht so ums Schwimmen. Ich setz mich dort gerne in den Schatten und schau mir das an: die Felsen, die Wellen, die Farben des Meeres. In den letzten 15 Jahren hat sich die Insel zwar verändert, aber ein traumhaft schöner Platz ist das immer noch.
Zuletzt geändert von quaxi am 20 Apr 2024 20:02, insgesamt 1-mal geändert.
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foto-k10
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von foto-k10 »

quaxi hat geschrieben: 01 Apr 2024 16:26 ... und eine 1- 4- oder 8 Tageskarte, die man aber nur in bestimmten Shops zu kaufen bekommt. Preis für 4 Tage 165 Rupies = 11 €. Barzahlung im Bus gibt es nicht mehr!
2022 gab es bereits aufladbare Karten für den Bus. Die gab es am Busdepot auf Praslin oder am Hauptbusbahnhof in Victoria. Eigentlich sollte man die auch in der Unterkunft kaufen können. Mein Gästehaus wusste zwar, dass es eingeführt werden soll, aber keine Infos, wie das funktionieren soll und ab wann.

Und jetzt muss man Tourist Tageskarten kaufen?
quaxi
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von quaxi »

Ja, stimmt.
Jemand hat mir erzählt, dass man das Busticket auch schon beim Antrag für die Einreisegenehmigung mit bestellen kann. Und Ja, bei uns an der Anse Kerlan gabs nur ein Shop, wo die verkauft wurden. Der hatte auch mal geschlossen, die Leute meinten dann "not open?" "Maybe later". Das war dann Pech, ohne Karte kein Bus. Wir wollten an dem Tag auch zum Geld wechseln an die Grand Anse, haben dann ein Taxi bestellt. Der hat uns dann zum Busdepot gefahren. Da gabs dann die Karten. Wenn man eine hat, dann kann man die auch wieder aufladen lassen, das stimmt.
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Suse
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von Suse »

Hallo Quaxi,

danke für den Praslin-Bericht. Praslin ist ja die Seychelleninsel, die mir (von allen die ich kenne) am wenigsten gefällt. Aber einige Ecken sind natürlich total schön, dazu gehört eben auch die Lazio und das Maital, aber ich mochte die Grand Anse auch immer sehr. Als ich das letzte Mal dort war, hat mir allerdings auch die Anse Possession sehr gut gefallen.

Wir sind auf Praslin auch immer nur Bus gefahren und den Rest gewandert, auch über den Mont Plaisir zur Lazio. Davon hängt sogar ein Foto hier an der Wand, mit Ausblick auf die Lazio. Traurig finde ich vor allem daß sie die Lazio jetzt so zugebaut haben, das hätte man alles dezenter und kleiner gestalten können. Vielleicht wächst es ja noch zu, aber auf den Bildern, die ich gesehen habe, das sah schon fürchterlich aus. Sie bauen einfach alles zu, das ist so schade.

Jedenfalls klingt Dein Bericht nach einem entspannten Urlaub, in dem Ihr die Insel genossen habt. Wirds weitere Seychellenreisen bei Euch geben?
Wenn du keine Kokosmilch hast, machste einfach normales Wasser.
- Grubi -

https://s12.directupload.net/images/210215/bx7vkcag.jpg
quaxi
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von quaxi »

Liebe Suse!
Praslin war unsere erste Seychellenreise vor 15 Jahren, 12 Nächte Praslin und drei Tage Mahe. Damals hab ich mir hier im Forum schon viel raus gelesen. Dann waren wir - ich glaub 2015 - eine Woche auf Mahe und eine Woche auf La Digue. Zuletzt waren wir 2018 und 2019, beide Male auf Mahe, weil uns die Chalets an der Anse Forbans so gut gefallen haben, und man von dort aus den Süden von Mahe sehr gut mit dem Bus erkunden konnte. Auch weil es so easy ist - Du kommst am Flughafen an, setzt dich etwa 45 Minuten ins Taxi und bist am Traumstrand.

Praslin hatten wir seither immer nochmal am Schirm, und dieses Jahr ist es endlich wahr geworden, dazwischen lag eine Reise nach Kenia, dann Corona und schließlich meine zweite Hüft-OP.

Ich find gerade Praslin auch sehr schön. Es hat eine angenehme Größe, so dass einem nicht fad wird. Aber man hat die Landkarte immer im Kopf und Busfahren ist hier ganz einfach (Auf Mahe muss man immer die Umkehrpunkte berücksichtigen, oder die Querstraßen, da steigt man schon mal in den falschen Bus ein, oder wartet dann an der Bai Lazare eine Stunde, bis es weiter geht).

Die Villas Du Voyageur, wo wir dieses Jahr gewohnt haben sind praktisch am Ende der Straße (zwei Busstationen vor Mont Plasir). Und wenn man es ruhig will, dann ist man dort richtig. Und für uns war das ideal. Man fühlt sich wie auf einer einsamen Insel, wenn man dort am Strand ist. Die Grand Anse hatten wir noch in sehr guter Erinnerung, weil wir vor 15 Jahren dort gewohnt haben, in der Indian Ocean Lodge (die wird gerade renoviert, ist noch Baustelle). Grand Anse präsentiert sich oft als Traumstrand, aber das Meer ist halt seicht, nicht so gut zum Schwimmen. Manchmal ist die Grand Anse mit Seegras voll (das kann sich über Nacht ändern, wenn ein Sturm ist), aber immer herrlich zum Spazieren gehen und schauen. Außerdem ist es das Dorf der Einheimischen, an der Cote Dor sieht man nur die Touristen und wenig normales öffentliches Leben. Allerdings hat sich an der Grand Anse was verändert: Wir haben alte Fotos, von 2009, da sind wir an der Grand Anse noch beim Airport ein Stück vorbei am Strand entlang gegangen, bis zu einem markanten Felsen, da war dann Endstation. Ab da war der Wasserstand zu hoch. Jetzt ist "unser" Felsen teilweise im Wasser. Der Strand ist ab dem Airport mit Steinmauern seitlich befestigt, man sieht deutlich, wie das Meer gestiegen ist. So weit wie früher, kann man nicht mehr entlang gehen.

Du hast schon recht, mit dem Anse Lazio und den Bungalows, die wie eine Reihenhaussiedlung aussehen. Wir waren auch geschockt, als wir an den Strand kamen. Aber wenn man dann am Strand ist, hat man sie hinter sich. Und weißt Du, ich bin aus Österreich, ich hab schon genug mitbekommen, welche traumhaften Plätze bei uns mit "Chalets" oder Feriendörfern mitten in den Bergen zugebaut wurden. Ich fühl mich nicht berechtigt darüber zu urteilen. Wir Europäer ärgern uns immer über andere Länder, über die Abholzung im Amazonas, über die Chinesen, die mit ihren Kraftwerken die Umwelt verpesten úsw.. Aber was machen wir? Wir sind doch die schlimmsten von allen. In Europa war irgendwann mal genauso viel Wald wie im Amazonas, den gibt es schon längst nicht mehr. Und wir sind reich, aber abholzen und zupflastern tun wir immer noch. Wir haben die Luft schon verpestet, da sind in Asien noch alle mit dem Rad gefahren.

Wir haben mit unserem Taxifahrer über die Bungalows am Lazio gesprochen. Er sieht es von zwei Seiten, hat er gesagt. Ja, es ist schade, aber es bringt halt Arbeitsplätze.... Er hat über die Touristen gelächelt. Er sagt eigentlich werden alle ja gelenkt, von den Reiseführern und den Veranstaltern. Alle wollen Inselhüpfen, viele wollen ein Leihauto und wo müssen alle hin? Zum Lazio und zum Georgette und ins Valle de Mai, weil sie ja eh höchstens 4 oder 5 Tage dort sind. Wenige nehmen sich Zeit eine Insel wirklich zu erkunden (und z. B. am Grand Anse spazieren zu gehen, da ist praktisch niemand!) Oder einfach mal nichts zu tun! Ist es nicht schade, dass man, kaum findet man sich richtig zur recht, schon auf die nächste Insel weiter fahren muss? Und das Weiterfahren kostet ja auch immer Zeit und Geld. Und was mir immer besonders leid tut: am Ende fahren alle ein paar Tage nach Mahe, da ist natürlich mehr los, aber in die ruhigen Ecken kommen viele nicht. Und dann heißt es oft, Mahe hat am wenigsten gefallen. Dabei hat die Insel sooo viel zu bieten. Man muss sich nur die Zeit dafür nehmen.

Dieses Jahr haben wir auch Touristen kennengelernt, die auch nicht so gern mit dem Leihauto fahren. Die ersten hatten ein Jahr zuvor ein Auto, haben aber gesagt, sie haben gesehen, wie toll man auf Praslin mit dem Bus zurecht kommt. Die zweiten waren das erste Mal da, hatten ein Auto aber haben sich eigentlich gar nicht getraut damit zu fahren. Und am Ende haben sie uns gefragt, "was mit dem Bus geht das auch?" . Wieso sagt man das den Leuten nicht vor der ersten Reise? Müssen wir, wenn wir schon so weit fliegen, dann dort auch noch mit dem Auto fahren? Für abgelegene Teile kann man sich ja mal ein Taxi nehmen, das funktioniert auch super. Wir waren zwei Wochen nur auf Praslin, fanden es toll. Sind fast täglich mit dem Bus gefahren und hatten nur zweimal eine Wartezeit von 30 Minuten. Wenn wir Touristen schimpfen, über Bausünden usw... Dann müssen wir bei uns selbst anfangen und die Öffis benützen. :)

Ob es weiteres Reisen auf die Seychellen geben wird? Wenn nicht, dann liegt es nicht an den Seychellen, denn wir finden sie toll. Es liegt dann eher an uns: wir wandern gern, aber wir werden nicht jünger, und uns wird es einfach zu heiß für solche Anstrengungen. Wir hätten dieses Jahr so viel vorgehabt, mussten aber ein paar Mal einen Tag Pause einlegen. Aber Gott sei Dank hatten wir einen traumhaften Platz dafür. :dance1:
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knuffi
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von knuffi »

Mit Mahe hast du völlig recht! Bei unserem ersten Seychellen-Besuch (2008) hatten wir nur 4 Tage auf Mahe und irgendwie auch abgestempelt als " ist nicht so toll".

Die nächsten Male verbrachten wir komplette 2 Wochen auf Praslin, einfach unsere Lieblingsinsel.
2022 kamen meine Eltern mit und wir entschieden uns für eine Woche Praslin und eine Woche Mahe (La Digue ist für uns raus...zu voll, zu touristisch...) und was soll ich sagen, Mahe ist toll!! Man muss sich Zeit dafür nehmen und dann entdeckt man so viele schöne, ruhige Ecken.
Letztes Jahr hatten wir die selbe Kombi mit Praslin und Mahe. Wir haben wieder so viel neues entdeckt, so dass wir uns für heuer im Herbst für eine Woche Mahe entschieden haben :D
Mahe ist eine tolle Insel, die man aber nicht in ca 4 Tagen entdecken und lieben lernen kann.

Ich weiß noch, dass ich im April 2023 auf dem Heimflug zu meinem Mann gesagt habe, jetzt reicht es erst Mal mit den Seychellen, wir waren da ja jetzt schon 7x....das Ganze hat bis Oktober angehalten und der nächste Flug wurde gebucht :O
Seychellen 2008( Mahe, Praslin, La Digue), 2010(Praslin, La Digue), 2011(Praslin), 2015(Praslin, La Digue), 2017(Praslin), 2021(Praslin,Mahe), 2023 Praslin & Mahe, 2024 Mahe
Weitere besuchte Inseln: Curieuse,Cousin,Aride,Sisters,Coco,St. Pierre.
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Anubis
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von Anubis »

knuffi hat geschrieben: 21 Apr 2024 07:24Ich weiß noch, dass ich im April 2023 auf dem Heimflug zu meinem Mann gesagt habe, jetzt reicht es erst Mal mit den Seychellen, wir waren da ja jetzt schon 7x....das Ganze hat bis Oktober angehalten und der nächste Flug wurde gebucht :O
Auch wir waren 7x auf den Seychellen. Das erste mal 2000. Als besondere Highlights bleiben in Erinnerung eine Tauchkreuzfahrt zum Aldabra Atoll auf der Maya´s Dugong und die vom österreichischer Zoologen, Meeresbiologen, Naturschützer, Buchautor, Journalisten und Naturfotografen Dr. Robert Hofrichter geführten Gruppenreisen, einmal als Tauchkreuzfahrt auf der Sea Shell und einmal als landgestützte Tauchreise.
Mahé. Praslin. Silhouette. La Digue. Bird. Cerf. Sea Shell. Maya's Dugong. Life is a journey and experience is more valuable than money.
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Suse
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von Suse »

quaxi hat geschrieben: 20 Apr 2024 19:59

Wir haben mit unserem Taxifahrer über die Bungalows am Lazio gesprochen. Er sieht es von zwei Seiten, hat er gesagt. Ja, es ist schade, aber es bringt halt Arbeitsplätze.... Er hat über die Touristen gelächelt. Er sagt eigentlich werden alle ja gelenkt, von den Reiseführern und den Veranstaltern. Alle wollen Inselhüpfen, viele wollen ein Leihauto und wo müssen alle hin? Zum Lazio und zum Georgette und ins Valle de Mai, weil sie ja eh höchstens 4 oder 5 Tage dort sind. Wenige nehmen sich Zeit eine Insel wirklich zu erkunden (und z. B. am Grand Anse spazieren zu gehen, da ist praktisch niemand!) Oder einfach mal nichts zu tun! Ist es nicht schade, dass man, kaum findet man sich richtig zur recht, schon auf die nächste Insel weiter fahren muss? Und das Weiterfahren kostet ja auch immer Zeit und Geld. Und was mir immer besonders leid tut: am Ende fahren alle ein paar Tage nach Mahe, da ist natürlich mehr los, aber in die ruhigen Ecken kommen viele nicht. Und dann heißt es oft, Mahe hat am wenigsten gefallen. Dabei hat die Insel sooo viel zu bieten. Man muss sich nur die Zeit dafür nehmen.

Da hat er ein wahres Wort gesprochen. Wir sehen das ja auch so und sind uns da gottseidank einig. Bloß nicht alle zwei Tage Unterkunftswechsel um soviel wie möglich "abzureißen", viel lieber lange an einem Ort bleiben, die Atmosphäre dort aufnehmen und alles richtig kennenlernen, bis es einem wirklich vertraut ist. Und was Mahé anbetrifft, die Insel habe ich auf der letzten Reise einigermaßen gut kennengelernt und lieben gelernt. Wenn ich nochmal auf die Seychellen fahre, dann wieder nur nach Mahé. Auch für mich ist La Digue beendet und mich zieht da nichts mehr hin, aber Mahé hat noch einiges zu bieten.

Wir sind ja dieses Jahr wieder in Französisch Polynesien gewesen und auch immer sehr lange an einem Ort geblieben. Uns geht es ähnlich, wir sind ja jetzt beide 60 bzw. fast, und das Reisen muß man dann einfach ruhiger angehen lassen. Wir haben die uns bekannten Orte unverändert vorgefunden und es ist wirklich bemerkenswert, wie sehr die Polynesier darauf achten, daß auf ihren Inseln keine allzu einschneidenden Veränderungen stattfinden. Das ist leider, was mich auf den Seychellen so stört, mit welcher Konsequenz und in welchem Tempo sie dort alles ausreizen, was geht. Dabei sind das ja häufig nicht mal die Seychellois selbst, sondern Investoren aus dem Ausland. Mahé würde mich dennoch nochmal reizen, vielleicht irgendwann in den nächsten Jahren. Und ein ganz spezieller Traum wäre ja immer nochmal Frégate, nur zwei Nächte, das würde mir schon reichen, aber es ist halt so immens teuer, für das Geld kann man so viele andere schöne Orte auf der Welt besuchen.

Jedenfalls schön, daß Du von Eurer Reise berichtet hast.
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- Grubi -

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quaxi
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von quaxi »

Liebe Suse!
Genau so sehe ich es auch, "Die Atmosphäre aufnehmen und alles richtig kennenlernen".

Liebe Grüße
Quaxi
Lesen und Reisen ist Bereicherung, ist Erweiterung der Sinne und des Verstandes.
Christian
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von Christian »

Danke für den tollen Reisebericht!
Ich freue mich jetzt umso mehr auf die Inseln!
Eine Frage hätte ich, da ich gerade beim überlegen bin was und wie wir einpacken. Wir fliegen zum ersten Mal auf die Seychellen und die Gepäckbestimmungen der Inlandsflüge machen uns etwas Sorgen. Wir werden neben einem normalen Koffer (15kg) als Handgepäck noch einen kleinen Trolli (55x35x20 - 5Kg) dabei haben. Falls jemand Erfahrung dazu hat, kann man so ein Handgpäck auch in die kleinen Flieger mitnehmen?
Danke und Lg
Christian
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foto-k10
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Re: Praslin März 2024

Beitrag von foto-k10 »

Christian hat geschrieben: 23 Jun 2024 18:02 Wir fliegen zum ersten Mal auf die Seychellen und die Gepäckbestimmungen der Inlandsflüge machen uns etwas Sorgen. Wir werden neben einem normalen Koffer (15kg) als Handgepäck noch einen kleinen Trolli (55x35x20 - 5Kg) dabei haben. Falls jemand Erfahrung dazu hat, kann man so ein Handgpäck auch in die kleinen Flieger mitnehmen?
Ich wundere mich immer wieder, dass viele Leute quasi permanent mit dem Smartphone usw. online sind, aber trotzdem nicht in der Lage sind, nützliche Informationen zu finden ...

Man gibt bei Google "Air Seychelles domestic flight" ein und geht dann auf "baggage information":
https://www.airseychelles.com/en-sc/bef ... nformation

Da gibt es extra einen Abschnitt "Journey between Mahé and Praslin" und da stehen auch die Gewichtsangaben.
Man sollte auch die zusätzlichen Angaben zur Größe beachten:
- All checked baggage must not exceed the maximum size of 90cm (height) x 75cm (width) x 43cm (depth), must be properly packed and labelled as appropriate.
- Acceptable hand baggage will include either a handbag, laptop bag, slim-line backpack or briefcase.
- Reusable shopping bags, printed plastic bags and oversized open tote bags will not be accepted as checked in or hand carried baggage on any flight.
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