


Inimicus filamentosus - Der Feindliche ...
Two-stick stingfish, Indian walkman, Filament-Teufelsfisch oder Indischer Walkman
Der Inimicus ist ein Zauberer, ein Verwandlungskünstler, der nur einem sehr geduldigen Beobachter alle Geheimnisse seiner körperlichen Erscheinung preisgibt. (Jürg Eichhorn)

Es gehört eine ordentliche Portion Glück dazu, diesen bemerkenswerten Fisch beim Tauchen erblicken zu können. Das liegt daran, dass er nicht häufig ist, und die seltenen Exemplare sind in ihrem Lebensraum praktisch unsichtbar, speziell dann, wenn sie sich zwischen Korallen und Steinen verstecken. Vielleicht etwas leichter entdeckt man sie auf Sandgrund, aber nur wenn man die Augen offen hält ... Die perfekte Anpassung an den Untergrund ist seiner ganzen Verwandtschaft eigen und Tauchern gut vertraut.
Doch beim Nachforschen über diese Verwandtschaft findet man unterschiedliche Angaben: Viele Quellen geben die Familie Scorpaenidae, Skorpionsfische oder „Drachenköpfe“ an, andere wiederum die Familie Synanceiidae, Steinfische (so auch

Das liegt daran, dass manche Autoren die Steinfische als Unterfamilie der Skorpionsfische auffassen (dann Namensendung: -inae) und andere als eigene Familie führen (Namensendung: -idae). Doch wie auch immer man Inimicus filamentosus taxonomisch zuordnet, sicher ist, dass er zu den besonders giftigen Meeresbewohnern zählt. Fishbase schreibt dazu (speziell über die Synanceiidae):

The neurotoxin of these fishes is the most deadly of the fish venoms and can be fatal to humans. Species camouflage as rocks. Mainly marine, but some species are known from rivers.
Ein Internet-Lexikon für Meeresaquarianer liefert interessante Infos zu diesem Fisch …

darunter diese Warnung: … Achtung: Das Tier ist hochgiftig, ein Stich kann zum Tode führen. Es wird ein hochgiftiges Neurotoxin verabreicht. Sofortmassnahmen sind heisses Wasser (verletzte Stelle hineinhalten) und sofort den Arzt verständigen.
Und über die Fische selbst:


Über die Giftigkeit der Skorpionsfische informiert auch

Siehe auch

Mein „Glücksfall“ trägt also den Namen Inimicus filamentosus und ich habe ihn bei einem Tauchgang auf Praslin in dem ufernahen Riff der Anse Possession entdeckt. Die Sicht war an diesem Tag sehr schlecht und ich hatte nur eine kleine Digitalkamera mit. So sind die Ergebnisse fotografisch gesehen nicht so berauschend, sie reichen aber um diesen besonderen Fisch vorzustellen.


Die Scorpaenidae (Skorpionsfische) (eine der etwa 35 Familien der Ordnung Scorpaeniformes) zählen nach

23 Gattungen und 172 Arten. Die Strahlen der Rücken-, Anal- und Brustflossen der Skorpionsfische können, müssen aber nicht mit Giftdrüsen in Verbindung stehen (nicht alle Skorpionsfische sind also giftig).
Die Synanceiidae (Steinfische) (wenn man sie als eigene Familie auffasst) zählen nach

32 Arten in 9 Gattungen. Inimicus ist eine von ihnen, die namensgebende Gattung Synanceia, zu der der bekannte Echte Steinfisch zählt, eine andere.
Inimicus filamentosus ist der Wissenschaft trotz seiner guten Tarnung schon lange bekannt und wurde von Cuvier im Jahr 1829 als Pelor filamentosum beschrieben

Einige schöne und weniger schöne (Verletzung/Vergiftung) Geschichten über diesen Fisch findet man hier:

