Reisebericht 03.10.-18.10.2013
Nach unserer lang ersehnten und lange geplanten Reise 2012 haben wir nicht damit gerechnet, ein knappes Jahr später wieder auf den Seychellen zu sein.
Aber der Reihe nach.
Sommer 2013, der Urlaub in Italien war nicht so der Hit, was machen in den Herbstferien, an die wir ab nun gebunden sind? Dank des Feiertages am 03.10.13 sind diese satte 2,5 Wochen lang. Wir wollten noch einmal in die Sonne.
Also ging die Suche los, Mittelmeer wettermäßig zu unsicher, dann am besten Kanaren. Hatte ich Lust dort zu kochen? Nein. Unser Junior ist nahezu immer hungrig. Daher mindestens Halbpension. Am besten AI. Pfui, ich weiß, aber mit einem Sechsjährigen tagsüber hungrig über die Insel zu ziehen muss nun wirklich nicht sein.
Zum ersten Mal wurde uns deutlich bewusst, ab nun nur noch in den Ferien reisen zu können. Was da für Preise verlangt werden, Wahnsinn!
Spaßeshalber schauten wir also mal nach Flügen auf die Seychellen. Was, Flüge genau zu Ferienanfang und Ferienende günstiger als im sonstigen Zeitraum?!? In uns reifte ein Gedanke.
Wir könnten ja mal bei unseren Freunden auf Mahé nachfragen, ob sie dann zu Hause wären und wir dort wieder unterkommen könnten. Die Antwort kam prompt: Klar, wann sie uns denn abholen sollen?!
Somit stellte sich uns die Frage:
AI auf den Kanaren oder Cornflakes auf den Seychellen?!? Die Antwort fiel einstimmig aus.
Also ging es am 03.10.13 um 21:20h ab Düsseldorf über Dubai wieder auf die Seychellen!
Flug, Unterkünfte und Transfers (Inselhopping Praslin und La Digue musste auch sein) haben wir dieses Mal komplett selbst organisiert.
Freitag, 04.10.2013
Morgens Ankunft, Passkontrolle - ging recht fix, unserem Junior sei Dank wurden wir an einen freien Schalter verwiesen. Draußen stand schon der Bekannte unserer Freundin Marylene, unser Fahrer vom letzten Mal. Eine knappe halbe Stunde später waren wir da und wurden schon erwartet und freudig begrüßt. Schnell die Koffer ausgeladen, die langen Hosen ausgezogen und los geht´s. Es zog uns ans Wasser, und so machten wir uns auf den Weg abwärts zum kleinen Strand bei der Ruine des Mahé Beach Resort/ Port Glaud. Wir hüpften wie die Kinder in den kleinen Wellen, freuten uns, wieder hier zu sein. Erfrischt und ausgetobt fuhren wir mit dem Bus wieder „nach Hause“. Mal eben den Berg hoch, wie wir uns das letztes Jahr nach dem ersten Strandbesuch naiv gedacht haben, wollten wir uns nun nicht mehr antun.
Es dämmerte als wir ankamen, es roch schon lecker nach kreolischer Küche, und wir packten unsere Gastgeschenke aus, die strahlend in Empfang genommen wurden.
Sohnemann Felix konnte es kaum erwarten, dass sein großer Freund Kevin ihm wieder einen Gecko fängt. So wurde Kevin dann auch nach flüsternder Nachfrage, was das denn „in der anderen Sprache“ heißt mit „Kätsch a gecko?“ belagert. „Kätsch a gecko“ waren sobald DIE Wörter, sobald Kevin in der Nähe war. Der hatte aber dieses Mal leider so gut wie gar keine Zeit, da er gerade sein Haus baut und vor und nach seiner Arbeit mit dem Abholen, Bringen und Aufsicht der Arbeiter beschäftigt war. Sehr zur Enttäuschung von Felix, der gerne mit seinem großen Freund stundenlang hätte Geckos fangen können und unterwegs gewesen wäre. Wir ja auch.
Glückseliger Felix mit armen kleinem Gecko

(Wir hatten nur selten die große Kamera dabei, aber immer Handy und Knipse, daher sind die Fotos oft nicht so dolle.)
Samstag, 05.10.2013 – Victoria, Grand Anse / Mahé
Zum Frühstück die eingangs erwähnten wabbeligen Cornflakes (bei dem Klima schon einen Tag nach Öffnen der Tüte, inkl. Mini-Ameisen, die sind einfach überall), aber wie saßen gemütlich auf der Terrasse des Hauses, die Vögel zwitscherten, wir sind ja nicht des Essens wegen hergekommen.
Vormittags shoppen in Victoria, anschließend Spiel und Spaß an der Grand Anse.
Glückliche Kinder!

Sonntag, 06.10.2013 – Beau Vallon / Mahé
Gemeinsam mit Marylene besuchten wir einen Basar mit Handarbeiten, kreolischen Leckereien und Sega-Tänzen an der Beau Vallon. Zwischen dem Genuss von frittierten Bananenchips, Grillgut und Früchten lockte die große Badewanne der Beau Vallon. Felix war nur schwer wieder aus dem Wasser zu bekommen. Futtern, Baden und Planschen nach Herzenslust, besser konnte es ihm nicht gehen.
Und kein Seeigel in Reichweite.

Montag, 07.10.2013 – Anse Volbert / Praslin
Am späten Morgen ging es zum Flughafen und weiter nach Praslin. Dort wohnten wir im Omusee bei Steve und Janine. Wir hatten unterschiedliche Bemerkungen zum Omusée gelesen und waren sehr gespannt.
Wir wohnten im Haupthaus. Das Zimmer war sauber und mit offensichtlich neuen, schönen Möbeln eingerichtet. Leider gab es keine eigene Terrasse, aber es lag eben im Haupthaus mit Zugang vom Flur. Man konnte aber auf der gemeinsamen Terrasse sitzen, und Wäsche/Badezeug konnte man im Garten aufhängen.
Zum Strand war es nicht weit, und man konnte auch mit Kind gut entlang des Grünstreifens gehen.
Das Museum sollte man nicht überbewerten; es war eine offene Hütte mit Fotos und Ausstellungsstücken aus alter Zeit. Nett mal anzusehen, aber es ist eben in erster Linie ein Gästehaus und kein Museum.
Wir hatten HP gebucht. Das Essen war reichhaltig und sehr lecker, kreolische Küche und kein Einheitsessen. Leckeres Frühstück mit frischem Obst. Einzig die Abwechslung beim Abendessen fehlte. Es gab jeden Abend Fisch, der zwar gut war, aber ist doch etwas eintönig. Für mich als Vegetarier aber gab es aber immer eine andere Gemüsezubereitung, sehr sehr lecker. Weil es aber nicht immer so nach dem Geschmack unseres Juniors war hat er manches Mal extra etwas bekommen, sei es Pommes, Pfannkuchen, Joghurt, oder was gerade gewünscht und möglich war.
Citronella gab es nachmittags und abends und war sehr lecker.
Unser Sohn und die Tochter des Hauses waren froh über die gegenseitige Anwesenheit und konnten gut miteinander spielen. Der mitgebrachte Drache erfreute sich großer Beliebtheit und musste hart im Nehmen sein.
Steve und Janine waren nett und freundlich, besonders Janine bemühte sich mit großer Herzlichkeit um die Gäste. Vielleicht lag es auch am Kinderbonus, wir fühlten uns jedenfalls sehr nett und herzlich aufgenommen.
Was mich gestört hat war die Tierhaltung. Das ist leider in den Gästehäusern ja oft üblich. Es gab Schildkröten, Flughunde und Kaninchen. Alle wurden in kleinen Käfigen gehalten. Die Kaninchen taten mir besonders leid, es sind gesellige und bewegungsfreudige Tiere, und sie waren entweder allein, zu zweit oder eine Häsin mit Nachwuchs in kleinen Abteilen mit Gitterboden und Grasauflage (Futter) eingesperrt. Gefüttert wurden sie ansonsten mit (teilweise verbranntem) Toast und Trockenfutter. Auch das Klima ist nichts für die Tiere, besonders das Angorakaninchen muss trotz der Gewöhnung sicherlich sehr unter der Wärme gelitten haben.
Ich habe Steve daraufhin angesprochen, und er sagte die Gehege sollten umgebaut und vergrößert werden.
Es wäre gut, wenn noch weitere Gäste auf die momentan schlechten Haltungsbedingungen hinweisen würden. Hoffentlich ändert sich tatsächlich etwas.
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir an de Anse Volbert.
Dienstag, 08.10.2013 – Anse Volbert / Praslin
Nach einem leckeren Frühstück verbrachten wir nahezu den ganzen Tag an der Anse Volbert, nur gegen Mittag zog es uns aus der Sonne und zu einem Snack beim nahegelegenen Shop.
Die Anse Volbert eignet sich hervorragend für die Leidenschaft Flugdrachen.

Mittwoch, 09.10.2013 – Curieuse, Str. Pierre / Praslin
Darauf haben wir uns – insbesondere Felix, wir waren ja schon mal da - schon lange gefreut: heute ging es zu den dicken Schildkröten nach Curieuse!
Wir wurden morgens im Omusee abgeholt, zusammen mit einem französischen Paar ging es von der Anse Possession aus in einer kleinen Nussschale unter Felix` Begeisterungsstürmen bei Vollgas hinüber zur Anse St. José. Wir vertrieben uns den Vormittag am Strand, besuchten die ehemalige Lepra-Station, das heutige Besucherzentrum mit vielen Informationen über die dortige Vergangenheit. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg durch den Mangrovenwald zur Schildkrötenstation. Felix hat entdeckt, dass sich die Schildkröten wie hydraulisch nach oben fahren lassen, wenn man sie am Kopf streichelt. Er hatte einen Riesenspaß dabei von Schildkröte zu Schildkröte zu ziehen und sie „ssssssssssst“ machen zu lassen. Fantastisch!
Ssssssssssssssssssssst, sssssssssssssssssssst

Leider konnten wir trotz Nachfrage keine Babyschildkröten finden, die Schutzhütten, die wir bei unserem Besuch 2005 gesehen haben waren abgerissen und werden zur Zeit neu aufgebaut.
Wir erfreuten uns an den vielen Schildkröten und wurden am frühen Nachmittag abgeholt für die Weiterfahrt nach St. Pierre. Schon im Jahre 2005 haben wir hier geschnorchelt, aber was wir heute zu sehen bekamen hat uns sehr abgeschreckt. Damals lagen vielleicht, zwei, drei Boote vor St. Pierre, jetzt waren es zwölf!!! Es war das reinste Rudelschnorcheln, am winzigen Strand hüpften zig Leute umher. Wir verzichteten auf das Schnorcheln, das mussten wir uns nicht antun. Somit beobachteten wir das Treiben vom Boot aus, warteten auf die Rückkehr des „mitreisenden“ Franzosen und erinnerten uns betrübt daran, wie ruhig es bei unserem letzten Besuch hier war.
Anschließend ging es wieder unter Vollspeed mit kostenloser Meersalz-Dusche unter Felix´ Gejuchze zurück zur Anse Volbert.
Für Felix und auch für uns einer der schönsten Tage unseres Urlaubs.
Donnerstag, 10.10.2013 – Anse Volbert / Praslin
Wenn man so einen schönen, kindgerechten Strand vor der Haustür hat, was macht man da?
Ja, wir verbrachten wieder den Tag an der Anse Volbert.
Freitag, 11.10.2013 – La Digue
Morgens ging es mit dem Taxi zum Hafen und weiter mit der Fähre rüber nach La Digue.
Wie letztes Jahr wohnten wir wieder bei Marston. Dort erinnerte man sich gleich an Felix´Unfall mit der Fahrradkette im Jahr zuvor und fragte, ob es dem Fuß wieder gut ginge. Sehr aufmerksam!

Abends besuchte uns Robert, dem wir etwas mitgebracht haben und planten unsere Wanderung mit ihm. Für den nächsten Tag hatte er schon eine Wanderung mit 9 Leuten, aber das hatten wir anders abgesprochen und wollten nicht im Rudel wandern. Somit verschoben wir das auf später.
Samstag, 12.10.2013 – La Digue
Eigentlich wollten wir heute mit Robert wandern, aber der war ja mit einer großen Gruppe unterwegs.
Somit sahen wir uns nach Fahrrädern um. In Anbetracht der Tatsache, dass Felix letztes Jahr eine äußerst schmerzhafte Begegnung mit der ungesicherten Fahrradkette eines Tandems hatte und wir ihn bei seinem nahezu völlig angstfreiem Fahrstil, den teilweise tiefen Abgründen und der rasanten Abfahrt zur Grand Anse nicht alleine fahren lassen wollten, suchten wir nach einem Tandem MIT Kettenkasten. Eine absurde Idee, ja, das war uns irgendwie klar, aber ein Versuch war es wert, der trotz der Unterstützung von Robert aber nicht erfolgreich war. Hm, dann also kein Fahrrad?
Und morgen wollten wir ja wandern, übermorgen nach Felicité und Coco Island. Und dann ging es ja auch schon wieder zurück nach Mahé.
Also entschieden wir uns erst einmal, den indischen Ozean zu genießen. Da die Strände auf La Digue ja nicht gerade ideal zum Baden mit Kindern sind, plantschten wir an den Stränden von La Passe.
Und es war auch ordentich etwas los, da diesen Samstag das 10. LA DIGUE OFFSHORE FISHING TOURNAMENT stattfand. Wer fängt den größten, den meisten, den schwersten Fisch?
Der Kai war voll mit Lautsprecherboxen, Werbebannern und Menschen. Ok, für die Einheimischen sicher eine tolle Sache, die Insel ist ja tatsächlich nun mal nicht nur für Touristen da, aber das war schon recht laut. Zumal die Lautsprecher eine miserable Qualität hatten.

Das Ganze ging dann bis spät abends. Partystimmung auf La Digue.
10. La Digue Offshire Fishing Tournament

Sonntag, 13.10.2013 – Felicité, Ile Cocos
Heute endlich war eine Bootstour angesagt, zur großen Freude von Felix und zu meinem Leidwesen bei der unruhigen See.
Los ging es hinüber nach Felicité. Felix startete mutig zwischen all den großen, neugierigen und überhaupt nicht scheuen Fischen seinen ersten Tiefwasser-Schnorchelversuch an Papas Hand. Bei dem Geschaukel ging dann auch noch sein Schnorchel verloren. Die Enttäuschung war groß. Also zurück ins Boot, und noch ein wenig von dort geschaut. Dann kam unser Guide angeschwommen – und wedelte mit dem verlorenen Schnorchel. Er hatte ihn tatsächlich irgendwo am Meeresgrund zwischen all den Korallen wiedergefunden!
Anschließend hüpften wir dann an Land, was bei dem hohen Wellengang nicht ganz einfach war. Dort gab es aber nicht viel zu sehen, und so machten wir uns bald weiter zur Ile Cocos.
Dort konnten wir zu unserer großen Enttäuschung leider nicht anlanden, weil das Meer viel zu unruhig war. Also ankerten wir und schaukelten eine Weile vor uns hin, den Blick auf Ile Cocos. Ich kämpfte tapfer gegen die stärker werdende Übelkeit.
Da kam sie dann auch schon bald angeschwommen, die obligatorische Meeresschildkröte. Ich hatte schon vorab gesagt, dass wir nicht auf angeschleppte Schildkröten stehen. Wenn Schildi von alleine kommt ist gut, wenn nicht, dann nicht. Wir tuckerten näher heran. Dann wurde Schildi doch mit den Händen überredet, zu uns zu kommen… sie ergriff dann aber auch nicht gleich die Flucht, sondern umkreiste uns ein paar Mal, und machte sich dann gemächlich vondannen. Nach Flucht sah es nicht aus, aber freiwillig zu uns hergeschwommen wäre sie wohl auch nicht. Bei dem ein oder anderen Touri-Besuch vielleicht akzeptabel, bei der Menge mittlerweile meiner Meinung nach dennoch ein fragwürdiges Vorgehen.
Abschließend setzten wir die Umrundung La Digues fort und tuckerten weiter an der Ostseite entlang. Naja tuckern, das kleine Nussschälchen kämpfte sich durch die Wellen, wurde hin und her, auf und ab geschleudert – oooooooooh, war mir schlecht! Ich hatte kaum noch einen Blick für die schöne Ansicht auf La Digue, worauf ich mich so lange gefreut habe. Ich wollte die Insel doch so gerne mal von der Wasserseite aus sehen und fotografieren! Und nun starrte ich auf den Horizont und lutschte eine Reisetablette nach der anderen! Das Boot schlingerte und kreuzte, wühlte sich durch die Wellenberge. Felix fand´s toll. Naja, wenigstens er hatte seinen Spaß.
Vorbei zogen die Anse Cocos, Petit Anse, Grand Anse, Anse Marron…
Ab etwa der Anse Caiman wurde es dann etwas ruhiger. Dennoch brauchte ich erstmal eine Zeit um mich zu berappeln. Ich hatte mich bis dahin tapfer geschlagen, und so schnell habe ich die Möglichkeit nicht wieder, also kramte ich todesmutig meine Kamera hervor und versuchte wenigstens ein paar Bilder zu bekommen. Schaukelnderweise drückte ich einfach ab. Jetzt oder nie.
Für uns eine ganz neue Perspektive!

Es war eine tolle Tour, aber bei der aufgewühlten See, war ich zugegebenermaßen froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Da hilft nur eins: wiederkommen und bei ruhiger See noch einmal machen…
Montag, 14.10.2013 – La Digue
Heute, an unserem letzten Tag, wollten nun wir endlich die Höhen La Digues erklimmen. Nicht mit Robert, der hatte schon wieder keine Zeit, aber er hatte uns einen Kollegen vorbeigeschickt. Der dann auch mit über einer Stunde Verspätung kam, weil er nicht richtig auf die Uhr gesehen hat und dachte, es sei eine Stunde früher… Egal, die Aussichten waren in jeglicher Hinsicht schlecht, denn er nieselte schon seit dem frühen Morgen, der Himmel war durchgehend grau. Daher verabredeten wir, uns in einer Stunde noch einmal zu treffen und zu hoffen, dass sich das Wetter bessert. Was es nicht tat.
So dümpelten wir dann zwischen Gästehaus und Hafen herum, nicht wissend, was wir nun großartig anfangen sollten. Dann hörte es auch zu regnen, der Himmel war aber immer noch grau und zugezogen. Wir wollten aber nicht länger herumhängen und marschierten Richtung Source d`Argent. Dort angekommen war es bereits schon nach 16h, und wir wollten - naiv dreinblickend: schlechtes Wetter, nix los hier, die werden doch wohl keinen Eintritt verlangen? – durch das Tor. Doch, Eintritt wollten sie noch haben. Nö, das haben wir jetzt aber nicht eingesehen, und sind umgedreht. Somit ging es weiter mit dem Inselrundgang. Felix hatte seinen Spaß mit Kokosnuss-Weitwurf, es wurde ja auch immer einsamer, also nur zu, tobe dich aus, Ritter der Kokosnuss.
Dann ging plötzlich so ein Prasselregen nieder, dass unser anfänglicher Versuch, uns unterzustellen, schnell sinnlos wurde. Wir waren pitschenass. War dann auch egal, es war ja warm, und wir liefen im strömenden Regen weiter. Ströme liefen über und entlang der Straße, es bildeten sich schnell große Pfützen. Juhu, ohne Regenjacke und vor allem OHNE GUMMISTIEFEL in Pfützen hüpfen und nach Herzenslust spritzen, das fand Felix toll.
Platsch!

So hüpfen und platschten wir weiter die Straße entlang. Nach einer Weile wurde es dann doch frisch, und nachdem wir die Insel umrundet haben waren wir froh, wieder im Marston anzukommen und uns zu trocknen.
Ich war natürlich sehr enttäuscht, dass unsere Kraxelei auf die Höhen La Digues nicht geklappt hat. Auch hier hilft nur eins, siehe Vortag: wir müssen wiederkommen.
Abends hieß es dann Koffer packen, am nächsten Tag ging es zurück nach Mahé.
Dienstag, 15.10.2013 – Port Glaud / Mahé
Vormittags Überfahrt nach Praslin und Weiterflug nach Mahé.
Dort verbrachten wir den Nachmittag bei Port Glaud, futterten Kekse am Strand, machten Korallenstück-Weitwurf und beobachten einfach das Treiben der Einheimischen.
Mittwoch, 16.10.2013 – Victoria, Anse Royal, Grand Anse / Mahé
Wir fuhren nach Victoria, kauften noch ein paar Mitbringsel, stoppten kurz bei Eden Island (lohnt sich nicht), bummelten an der Anse Royal, aßen Mittag im Kaz Kreol und hüpften in den Wellen der Grand Anse.
Hoch die Kokosnuss!

Donnerstag, 17.10.2013 – Anse Royal, Grand Anse / Mahé
Nach dem uns der Tag gestern so gut gefallen hat und dies unsere letzter Tag war, wollten wir heute noch viel baden und entspannen. So verbrachten wir den Tag an der Anse Royal, Mittagessen im Kaz Kreol und anschließend wieder Wellenhüpfen an der Grand Anse.
Noch ein Foto zum Abschied

Dann mussten wir endgültig die Koffer packen.
Wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend bei unserer Gastfamilie mit kreolischer Hausmannskost und Takamaka (bekamen wir ebenfalls als Abschiedsgeschenk überreicht), und Felix bekam noch ein paar Geckos gefangen. Eine wurde vorsichtig runter in unsere Zimmer getragen, aber ohweh, dieser entschwand sofort wieder durch die Fensterlücke. Es flossen Tränen.
Freitag, 18.10.2013 – Rückreise über Dubai
Abschied gefühlt mitten in der Nacht, drück rechts, drück links, hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder, und los ging es zum Flughafen.
Der Rückflug sollte um 8:15h sein, die Ankunft in Düsseldorf am 18.10.13 um 19:40h.
Am Tag zuvor haben wir uns den Rückflug am Emirates Schalter bestätigen lassen. Da die Maschine ausgebucht sei, sollten wir auf alle Fälle sehr pünktlich sein, Check-In von 5:15h bis 7:15h.
Somit waren wir gegen 6h am Flughafen und wunderten uns, dass die Schalter noch nicht geöffnet waren, es sich aber schon eine lange Schlange gebildet hat. Die Anzeige gab bekannt, dass der Flug 2 Stunden Verspätung haben würde. Wir ahnten dass die Verbindung in Dubai sehr knapp und fraglich werden würde, aber beim Check-In sagte man uns dann, wir würden den Flug nach Düsseldorf erreichen. Also gaben wir unsere Koffer auf, direkter Transfer nach Düsseldorf. Ein Fehler, wie wir später feststellen mussten. Unsere Koffer bekamen ein Schild "Quick Transfer". An den Schalter rundherum hörten wir aber bereits von bis zu 18h Stunden Wartezeit auf den Anschlussflug in andere Städte.
Unsere Bordkarten sollten wir dann aber an einem Infopunkt abholen. Dort bekamen wir bestätigt, was wir befürchtet haben: wir würden den Anschlussflug in Dubai nicht bekommen. Man buchte uns für einen Flug gegen 3h ein. Auf Nachfrage ob es eine bessere Verbindung nach Hamburg geben würde (da wir aus Bremen kommen) versuchte man dies, mit der Ergebnis, dass dies nicht möglich sei. Der Flug um 3h war aber in der Zwischenzeit auch ausgebucht und wir wurden auf den Flug um 8:45h nach Düsseldorf gebucht. Wir sollten aber kostenlos Unterkunft und Transfer in Dubai bekommen.
Nach dieser Aufregung mussteten wir dann noch einige Zeit auf den verspäteten Abflug warten. Nach insgesamt etwa 4,5 Stunden am Flughafen ging es dann endlich los. Der Transfer und die Unterkunft in Dubai haben dann gut geklappt, alles in Ordnung. Aber wir saßen dort ohne Koffer, somit ohne frische Kleidung, in langen Hosen und warmen Schuhen. Eben startklar für die Heimreise ohne längeren Zwischenstop .
Am 19.10.13 kamen wir dann am frühen Nachmittag in Düsseldorf an und hatten gegen 15h endlich unsere Koffer.
So standen wir also an einem Samstag-Nachmittag - mit einem sechsjährigen Kind, müde von der langen Reise die am Vortag sehr früh morgens begann, bei gleichzeitigem Ferienende in Bremen und Niedersachsen und Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen - am Flughafen in Düsseldorf und hatten noch den Heimweg nach Bremen vor uns. Und Montag ging die Schule wieder los!
Die Chancen, Sitzplätze in einem wahrscheinlich völlig überfüllten Zug zu bekommen waren aussichtslos, also haben wir uns in Düsseldorf einen Mietwagen genommen und waren gegen 19h am Bremer Flughafen, um den Wagen dort wieder abzugeben. Mit dem Taxi ging es zurück nach Hause.
Wir hatten gehofft, einen Teil der Kosten von Emirates erstattet zu bekommen, aber außer einem Bedauern für den Vorgang, ein Angebot von Flugmeilen und dass eine Kostenerstattung nicht angeboten werden kann gab es keine Rückmeldung mehr.
Tja, bis jetzt haben wir immer Glück gehabt, aber nun hatte es und doch erwischt.
Die Rückreise war nervig, aber wir hatten einen tollen Urlaub, haben wieder viele nette Begegnungen gehabt, haben uns bei unserer Gastfamilie sehr wohl gefühlt und die Natur der Seychellen genossen. Auch wenn uns viele Entwicklungen, besonders was Natur und Umwelt betrifft, schon länger nicht gefallen, aber so ist es leider überall auf der Welt, auch vor unserer Haustür.
Langfristig hege ich aber meine Zweifel an dem Naturparadies, wie bereits bei der Reise 2012 festgestellt. Geht die Touristen- und Umweltpolitik so weiter, lohnen sich eines Tages die hohen Kosten und lange Reise vielleicht nicht mehr.
Es wäre schade um dieses traumhafte Plätzchen Erde.